THE OTHER SIDE OF STAGE

Berlin Dark Nights

Berlin Darknights Festival 2026 - Ein Rückblick
Teil 1 Freitag - Januar 2026
Festsaal Kreuzberg
An diesem Freitagnachmittag im Januar liegt der Festsaal Kreuzberg jedenfalls augenscheinlich noch in eingeschneiter Ruhe, doch herrscht darin bereits rege Vorfreude, welche mit den ersten Gästen noch weiter in die Säle strömt, als die Türen sich öffnen. Das Wetter ist eisig, nicht selten rutschen die Besucherinnen und Besucher im eisigen Berlin hin und her, schlittern damit jedoch auch gemeinsam in zwei unvergessliche und legendäre Abende.
Unendliche Facetten und eine Gemeinsamkeit
Das Berlin Darknights Festival hält ein umfang- und facettenreiches Line-Up bereit, welches das dunkelbunte Publikum in dessen musikalischer Liebe und Präferenzen der unterschiedlichen Genres vereint und an beiden Festivaltagen zu einer großen Gemeinschaft werden lässt, welche ebenso Platz bietet neue Sounds, neue Ästhetiken und neue Bands kennenzulernen.
Bereits bei der Betrachtung des Line-Ups ist festzustellen: Die Zusammenstellung der Bands unterliegt einer großartigen Auswahl und macht das Berlin Darknights Festival bereits vorab zu einer der vielfältigsten und „buntesten“ Veranstaltungen der dunklen Masse und der Szene. Ein Zusammenkommen aus nicht nur unterschiedlichen Stilrichtungen auf und vor der Bühne, sondern auch aus dem ganzen Land und der Welt.
Erste Lichter, erste Sounds und echte Highlights
Zwei Bühnen hält das Festival bereit. Zwei Bühnen, welche an zwei Tagen mit 20 Bands und damit einhergehend mit roughen und klassischen Sounds, mit Energie und melancholischer Schwere und mit Menschen, die das Publikum begeistern und restlos überzeugen, gefüllt werden.
Das Geschehen auf der Main Stage
Nach einer Lasershow eröffneten Fictional feierlich das Festival. Elektronische, dem aktuellen Zeitgeist entsprechende Sounds und ein dynamisches Bühnengeschehen versprechen dem Publikum viel und stimmen es mit diesem Versprechen auf das Festival ein. Sie sind ein grandioser Opener, doch sind sie noch viel mehr:
Sie werfen dem Publikum volle Sounds und rhythmische Beats entgegen. Fühlt sich das Festival bereits wie eine eigene Welt innerhalb der Hauptstadt an, so entführen Fictional die Gäste in eine eigene musikalische Club-Welt voller Abwechslung. Sie Songs sind eingängig und strukturiert - damit eine strukturierte und ausgeglichene Gradwanderung zwischen musikalischem Einfühlungsvermögen und industrialen Einflüssen schafft eine einfangende, anziehende Atmosphäre. Sie geben einen melodischen Weg vor, wechseln in diesem jedoch flexibel im Bühnengeschehen und an den Vocals. So stehen an diesem Nachmittag gleich zwei Frontmen nacheinander auf der Bühne und begeistern das Publikum stimmlich. Sie passen in das Geschehen des Festivals und das Festival passt zu ihnen.
Im Synth-Pop-Stil und mit feinsten elektronischen Klängen geht es auf der Main-Stage weiter mit WIEGAND. Tanzbar, melodisch und authentisch tauchen sie den Saal in einen eighties-anmutenden und gleichzeitig individuellen Charme, welcher bewegt, beeindruckt und begeistert. Sie sind eine manchmal sanfte, manchmal durchdringliche musikalische Einladung, welche das Publikum gerne annimmt, darüber hinaus entdecken kann.
Nach WIEGAND bleibt die Main Stage weiterhin gefüllt von melancholischen, atmosphärischen und melodischen Sounds, die das Publikum anziehen: Future Lied To Us überzeugen mit futuristischen, gleichzeitig düsteren musikalischen Augenblicken. Eine einzigartige Soundmischung, welche nicht nur die Bühne füllt, sondern ebenso darüber hinaus den ganzen Saal erobert. Treibende Beats, welche jedoch die Hörer*innen nicht zerstreuen, sondern zusammenbringen und verbinden. Der Saal vor der Main Stage wird zu einem Club, welcher ganz der Band und ihren vielgestaltigen Songs gehört.
Sie sind unverkennbar. Sie sind tiefgründig. Sie sind RROYCE. Mit jedem ihrer Auftritte schaffen sie immer neu zu entdeckende musikalische Welten, in welchen ihre Lieder gleichzeitig immer wieder neu empfunden werden können und gleichzeitig als Lieblingssongs das Publikum begeistern. Unverkennbare stilistische Einflüsse treten auf der Bühne hervor, gleichzeitig bringen RROYCE nicht nur ein einfangendes, dynamisches Bühnengeschehen mit sich. Sie sind ebenso publikumsnah und verstehen es die Masse vor der Bühne auf ganz besondere Weise zu animieren und zu bewegen.
In Melotron findet das Festival einen melancholischen, tiefgreifenden und emotionalen Höhepunkt, welcher von elektronischen, futuristischen Klängen und synthpop-Sounds getragen wird. Mit ihren Texten werfen sie auch poetische Welten auf, treffen mit ihren Worte nicht nur die Ränder von Gefühlswelten, sondern ergreifen dessen Mitte. Dunkel, romantisch und nachfühlbar.
Als Headliner des freitäglichen Abends lassen Solar Fake die Bühne erbeben. Ihr Act folgt einer klaren Linie, bewegt das Publikum jedoch in ganz variabler Weise. Elektronische Beats, durchdringlich und tiefgreifend, gleichzeitig befreit wirken sie Song für Song und werfen ebenso Kontraste auf. Sie ziehen das Publikum an, machen eine besondere Nähe zu diesem spürbar und machen eine Energie spürbar, welche sie in die Raum geben und aus dem Publikum wieder aufnehmen. Enthusiastisch, energetisch, erlebbar. Tanzen, Einfühlen, Mitfühlen.
Das Geschehen auf der Fire Stage
Wenige Meter trennen die Fire Stage vom großen Saal, doch fühlt sich auch an dieser Stelle jeder Act wie eine eigene musikalische Welt an, geprägt von Energie, Nachdruck und Einzigartigkeit.
End Of Transmission eröffnen die musikalischen Welten der zweiten Stage. Das Electro-Wave-Duo legt einen kraftvollen und durchdringlichen Start an den Tag. Düster und anziehend. Rhythmisch und treibend, während sich Bässe, teilweise kühl anmutende Strukturen durch den Saal drängen. Dunkel in vielen Farben, betrachtet man stimmliche Dimensionen, die Fülle der Sounds. Sie stehen als erste Band auf der Fire Stage und prägen diese mit ihren Sounds und ihrer Ausstrahlung.
Stark aufgeladen, markant und kraftvoll folgen Electronic Frequency. In der Zusammenführung unterschiedlicher Soundelemente treten sie energetisch, aufgeladen und vollklanglich hervor. Sie faszinieren das Publikum, welches sich den Basslinien nicht entziehen kann und möchte. Härte und einfangende Fülle vereint in einem Act. Markanten Vocals, das flexible, dynamische Bühnengeschehen und das mehr als kraftvolle Gesamtbild wirkt beeindruckend und hinterlassen eindrückliche Spuren im Publikum, welche nach mehr verlangen.
digital ENERGY wirkt in ihren Sounds klassisch, entbehren sich jedoch nicht ihres eigenen Stils und den damit kreierten musikalischen Spanungs- und Funkenmomenten. Melodisch stellen sie sich in den Vordergrund, wirken gleichzeitig strukturell in Gänze durchdacht und schaffen so ein wahrnehmbar ausgewogenes Verhältnis zwischen Härte und mitreißender Tanzbarkeit. Eingängig und dennoch einzigartig.
Ihr Auftritt ist ein mitreißendes und dem Saal – entsprechend dem Namen der Stage – mehr als einheizend: Rabia Sorda sind elektronisch und industriell, aber vor allem dunkel, hart und treibend. Ihre Beats durchschlagen räumliche Grenzen und durchdringen das Publikum – die Masse – und jede*n darin auf unverkennbare Weise. Agression, emotion, experience. Eine Energie, welche erlebt und gespürt werden muss. Ihr Act ist durch und durch intensiv und nachhallend.
Blind Passenger schließen an diesem Abend das Geschehen auf der Fire Stage. Sie bespielen die dortige Bühne mit einer personellen, instrumentellen und visuellen Fülle. Ein lebendiges Treiben auf der Bühne, welches immer wieder Akzente setzt und überrascht prägt ihren Auftritt. Sie laden auf ihre ganz persönliche Weise zur Bewegung – zum Tanzen – ein. Frei und eingängig, gleichzeitig verbreiten sie eine spaßerfüllte Atmosphäre.
Und am Ende des ersten Tages?
Darüber hinaus schließt das aufgeschlossene und freudige Publikum nicht nur neue Klänge und Bands in ihre Herzen, sondern trägt diese angenehme und herzliche Stimmung auch untereinander aus und nimmt die aus den Räumen des Kreuzberger Festsaal mit hinaus in die Nacht und ebenso mit in den nächsten Tag.
Die Türen schließen sich. Ein Tag, voller unverkennbarer Sounds, Songs und Bands, welcher die zwei Bühnen auf individuelle und mitreißende Art und Weise füllte und unvergessliche Augenblicke schuf, neigt sich dem Ende zu.
Im Herz bleiben folgende Aspekte: Entdecken, tanzen, fühlen und mitreißen lassen.
Wir sagen DANKE für diesen unvergesslichen ersten Festival-Tag! (Mehr zu Tag 2 in Kürze!)
Danke, Berlin Darknights Festival. Danke, an alle Bands! Danke, an alle Beteiligten in allen Bereichen!
Fotos: Marco Wernicke - BlackS.Photography & Josephina Weigelt - Jophiel Photography